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Sei kein Otto!

08.10.2018

Aachener Studentinnen entwickeln Relaunch und Kampagne zum Spendentaler der Franziska-Schervier-Stube

 
Otto Figur

Wer kennt Sie nicht, die unangenehme Frage nach dem Kleingeld. Aber ist ein Übersehen des Gegenübers oder der Wechsel der Straßenseite die richtige Antwort? Bereits im Jahr 2006 haben wir Schwestern daher den Scherviertaler, einen roten Plastikchip mit dem Gegenwert eines Frühstücks, entwickelt. Er soll den Menschen die Begegnung mit einem Bedürftigen erleichtern. Zur Linderung der Not, durch ein Frühstück, aber auch zur Achtung des Gegenübers durch ein Hinsehen. Aachener Studentinnen haben nun gemeinsam mit uns einen Relaunch des Produkts vollzogen. Die neue Farbe Grün schenkt Hoffnung und mit der Bezeichnung Spendentaler soll dieser noch bekannter in der Städteregion Aachen werden.

„Sei kein Otto! Drück dich nicht vor der Frage nach Kleingeld. Mit dem Spendentaler immer die richtige Antwort dabei“ - so der Slogan der Kampagne. Für den Verkauf des Spendentalers konnten neben dem Kloster in der Elisabethstraße auch die Innenstadtfilialen der Bäckerei Nobis Printen gewonnen werden. Bereits seit vier Generationen unterstützt Nobis Printen die Franziska-Schervier-Stube mit Brotspenden für das tägliche Frühstück.

Entwickelt wurde die Kampagne im Rahmen eines Semesterprojektes der Fachhochschule Aachen, Fachbereich Gestaltung, unter der Leitung von Professor Christoph Scheller. „Das Gefühl, welches Aachens Bevölkerung gegenüber Obdachlosen hat, wird in der Figur des „Ottos“ überspitzt wiedergegeben“, so die ideengebenden Studentinnen Birte Ossenkop, Genevieve Seillier und Martha Breil. „Auf humorvolle Art wird der Betrachter auf ein Fehlverhalten aufmerksam gemacht und erkennt sich vielleicht sogar in diesem wieder. Der Betrachter wird überzeugt, sich anders zu verhalten - denn niemand will ein Otto sein.“

Die Figur Otto will auf überspitzte Art und Weise das eigene Verhalten vor Augen führen und das Bewusstsein für menschenwürdiges Miteinander stärken. Das gelingt den Studentinnen, indem sie die Reaktion der Bevölkerung, wie beispielsweise das Wegsehen oder die verrücktesten Ausreden aufzeigen. „Auch der Obdachlose oder Bettler hat es verdient, dass man ihm ins Gesicht blickt, wenn man angesprochen wird“, so Schwester Veronika Stolze, die Einrichtungsleiterin unserer Franziska-Schervier-Stube. „Gerade die Lebenssituation der auf Hilfe angewiesenen Menschen ist oft nicht leicht. Das Selbstwertgefühl sinkt rapide bei Verlust der Arbeitsstelle, Lebensschicksalen oder auch psychischen Problemen. Selbstverständlich ist niemand dazu verpflichtet etwas zu geben. Aber Hinsehen statt Wegsehen ist mein Verständnis eines christlichen Lebens mit mehr Menschlichkeit, auch für die Armen.


Der neue Spendentaler


Jeder Spendentaler hilft


Trotz Bedürftigkeit gelingt es nicht jedem, Hilfe auch anzunehmen. Daher kann es passieren, dass nicht jeder Bettler den Spendentaler annimmt. Gerne können daher überschüssige Spendentaler an unserer Klosterpforte in der Elisabethstraße 19, Aachen, abgeben werden. Auch der Erlös dieser Spendentaler kommt der Franziska-Schervier-Stube zugute.


 
 
 
 

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