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25 Jahre Franziska-Schervier-Stube

Mit einem Käsebrot feiern?

Ein belegtes Brot, Obst und ein Kakao im Tetrapack. Seit Beginn der Pandemie verteilen wir bis zu 200 Menschen am Tag diese Stärkung. Dem Nächsten helfen - keine neue Idee, sondern unser Alltag seit 175 Jahren. Und damals wie heute wird das Beste aus jeder Situation gemacht. Die Räumlichkeiten unserer Franziska-Schervier-Stube mussten mit Beginn der Pandemie geschlossen werden, da die vorgeschriebenen Abstandregeln und Hygienevorschriften eine Nutzung des Frühstückraums mit 32 Sitzplätzen nicht möglich machten. Das Frühstück, das jeden Vormittag dort für Wohnungslose, stark vereinsamte oder in Armut lebende Menschen angeboten wird, wurde kurzerhand zu einem Frühstück zum Mitnehmen.

Festlich sollte der diesjährige September eigentlich werden, in der Franziska-Schervier-Stube. Aachener Firmen hatten zugesagt, das Frühstück mit besonderen Lebensmitteln zu ergänzen. Eine kleine Überraschung haben wir uns dennoch für alle Gäste einfallen lassen. Es wird mehr als das Käsebrot oder das Brötchen mit Aufschnitt geben. Alles wird transportabel verpackt sein und zumindest für eine gewisse Zeit haltbar.

Vor 25 Jahren ist unsere Armenspeisung in der Elisabethstraße in die Franziska-Schervier-Stube eingezogen. Räumlichkeiten, die sich innerhalb des Klostergebäudes befinden und über das große Tor in der Kleinmarschierstraße erreicht werden können. Zuvor fand über viele Jahrzehnte eine Ausgabe von Brot und Tee in der Toreinfahrt statt. Viele Aachener werden noch unsere Schwester Innonzenz und Schwester Innozentia kennen, die am Tor bei Wind und Wetter im Einsatz waren, letzte dabei, als echte Kölnerin, irgendwann zum Aachener Original wurde und weit über das Kloster hinaus bekannt war. Freiwerdende Räume ließen die Idee einer zeitgemäßen Form der Hilfe entstehen, die sogleich realisiert wurde.

„Bis zum März gingen bei uns jeden Vormittag rund 100 Gäste ein und aus“, erzählt unsere Schwester M. Veronika. „Was dabei noch mehr zählte als ein Butterbrot und die Möglichkeit einer heißen Dusche: Das Gespräch und die Begegnung“. Es war die Idee unserer Ordensgründerin Franziska Schervier, nicht nur der Armut entgegen zu wirken. Auch die Menschlichkeit sollte bei allem Tun und Handeln im Blick sein. So engagierte sie sich selbst bereits vor 175 Jahren in der ersten Suppenküche an St. Paul in der Aachener Jakobstraße und über die Jahrhunderte hinweg ist die Aufgabe der damals sogenannten Armenspeisung uns Schwestern ans Herz gewachsen. Nicht nur in Aachen, auch in Frankfurt, Mainz oder Düren, eben überall dort, wohin wir gerufen wurden, um zu helfen. Not macht erfinderisch - damals wie heute.

Über die Jahrzehnte hinweg, nicht nur in den letzten 25 Jahren, war uns diese Hilfe immer nur möglich, weil es Unterstützer gab. Um sich zu bedanken hatten wir ein Konzert in der Adventszeit geplant. Noch ist allerdings offen, wann und ob wieder Veranstaltungen stattfinden können. Unsere Generaloberin Schwester M. Martha ist zuversichtlich „Wir haben die Pandemie selber hier schon im Haus erlebt und es war schmerzlich, weil wir Schaden genommen haben. Aber auch unsere klösterlichen Vorfahren hatten Pandemien ganz anderen Ausmaßes zu bewältigen. Ob Cholera, Pest oder Pocken - die Schwestern waren immer im Einsatz. Und wenn es kein Konzert geben darf, wird unsere Franziska, oben im Himmel, sicher einen anderen Weg finden, um unseren Spendern das zu vergelten, was sie uns Gutes tun. Da bin ich sicher.“

Plakat zum 25 jährigen Jubiläum
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